DM8500 DSP Designer Software
Fortschrittlicher digitaler Audioprozessor für Installationsanwendungen mit konfigurierbarem DSP, Audio-Netzwerk und akustischer Echo-Unterdrückung.
Hardware – Front & Rückseite
Frontpanel
RS232 & GPIO Status
Ethernet-Verbindung
System-Gesamtstatus
IEC Netzanschluss
Klicken Sie auf die LEDs im Diagramm für Details. Grün = OK, Rot = Fehler.
Rückseite – Anschlüsse
Klicken Sie auf die Anschlüsse für Details. Alle Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite.
Anschlüsse & Kabelbelegung
Der DM8500 verwendet Euroblock-Steckverbinder für alle analogen Ein- und Ausgänge. Hier die korrekten Kabelbelegungen für XLR, Klinke (TRS/TS) und Cinch (RCA).
1. Symmetrisch (XLR / Klinke TRS → Euroblock)
Für Mikrofone, DI-Boxen und symmetrische Geräte. Empfohlen für alle professionellen Installationen.
2. Unsymmetrisch (Klinke TS / Cinch → Euroblock)
Für unsymmetrische Quellen (Keyboard, E-Gitarre ohne DI etc.). Cold(-) am Euroblock offen lassen.
3. Stereo unsymmetrisch (Klinke TRS → 2x Euroblock)
Für Stereo-Keyboards: Ein TRS-Kabel auf zwei Eingänge aufteilen. Alternativ Y-Kabel verwenden.
4. Ausgänge (Euroblock → XLR / Cinch)
XLR: 1=GND, 2=Hot(+), 3=Cold(-). Cinch/RCA: Sleeve=GND, Tip=Hot(+), Cold(-) offen lassen.
Wichtig: Nur hochwertige, geschirmte Audiokabel verwenden. Euroblock-Stecker müssen Metallgehäuse haben und Pin 1 mit dem Kabelschirm verbinden. Alle Installationen und Modifikationen nur durch Fachpersonal.
Technische Spezifikationen
Analoge Eingänge
| Kanäle | 10 |
| Typ | Balanced Euroblock |
| Impedanz | 10 kΩ |
| Max. Eingangspegel | +24 dBu |
| Gain | 0 bis +66 dB (6 dB Stufen) |
| Phantom Power | +48 VDC pro Kanal |
| Gleichtaktunterdrückung | > 75 dB (@ 1 kHz) |
| Crosstalk | < -75 dB |
Analoge Ausgänge
| Kanäle | 6 |
| Typ | Balanced Euroblock |
| Impedanz | 200 Ω |
| Max. Ausgangspegel | -31 bis +24 dBu |
Dante Audio-Netzwerk
| Kanäle | 64 In / 64 Out |
| Anschluss | 2x RJ45 (dual-redundant) |
| Abtastrate | 48 kHz |
| Auflösung | 24-bit |
| Latenz (intern) | < 1.8 ms |
| Latenz (Dante) | 0.25 / 0.5 / 1.0 / 5.0 ms |
Weitere Schnittstellen
| ULTRANET | 16 Out, RJ45, 48 kHz, max 75m |
| USB Audio | 2 In/2 Out, Type B, 16-bit |
| Ethernet | RJ45 (Konfiguration) |
| RS232 | DB9, 38400 Baud, 8-N-1 |
| GPIO | 6 Ch, 0-5V, max 150mA |
Performance
| Frequenzgang | 20 Hz – 20 kHz (±1 dB) |
| THD+N | < 0.005% (20 Hz-20 kHz) |
| Dynamikumfang | > 105 dB |
| A/D-Wandlung | Multi-bit ΣΔ |
| AEC Module | bis 24 Kanäle frei zuweisbar |
Allgemein
| Spannung | 100-240 VAC, 50-60 Hz |
| Leistungsaufnahme | < 48 W |
| Abmessungen | 44 x 483 x 293 mm (1 HE) |
| Gewicht | 3.6 kg (netto) |
| Betriebstemperatur | 0°C bis +45°C |
| Herstellung | UK (Klark Teknik) |
1. Installation
1.1 Systemanforderungen
| Komponente | Anforderung |
|---|---|
| Hardware | Core 2 Duo CPU, Ethernet-Anschluss, mind. 1 GB RAM |
| Betriebssystem | Windows 7 (32/64 Bit) oder Windows 8 (32/64 Bit) |
| Netzwerk | 10/100 BaseT Netzwerkkarte (NIC) |
1.2 Installationsvorgang
- DM8500-Produktseite aufrufen und dort den Downloads-Tab öffnen.
- Neueste Version der DM8500 DSP Designer Software herunterladen.
- Lizenzvereinbarung lesen und akzeptieren, dann auf "Download" klicken.
- Die heruntergeladene .exe-Datei starten und den Anweisungen folgen.
Tipp
Ethernet-Switches müssen 10/100 BaseT-kompatibel sein. Die maximale Kabellänge beträgt 100 Meter; mit Glasfaser-Konvertern sind bis zu 2 km möglich.
2. Software-Oberfläche
Die DM8500 DSP Designer Software verwendet eine visuelle Oberfläche mit Pull-Down-Menüs, Werkzeugleisten und Bibliotheken.

Modul-Bibliothek (links)
Alle verfügbaren DSP-Module sind hier nach Kategorien sortiert. Per Drag & Drop ins Build-Fenster ziehen.
Build-Fenster
Hauptarbeitsfläche rechts unten. Hier werden Komponentenobjekte platziert und verbunden, um die Signalverarbeitungsarchitektur zu erstellen.
Modul-Bibliothek
Panel links unten mit allen verfügbaren Modulen zum Drag-and-Drop. Kann geschlossen werden, um mehr Platz zu schaffen.
Übersichtsfenster
Zeigt das gesamte Design in Miniaturansicht. Hilfreich bei großen Architekturen, die nicht ins Build-Fenster passen.
Eigenschaften-Fenster
Editierbare Tabelle der Attribute des aktuell gewählten Komponentenobjekts. Ermöglicht schnelle Änderungen ohne Dialogboxen.
Werkzeugleisten im Detail
Modul-Bibliothek-Toolbar: Icons für jede Modul-Kategorie. Klick öffnet ein Untermenue mit den jeweiligen Varianten.
Format-Toolbar: Schriftart, Größe, Fett, Kursiv, Ausrichtung, Vorder-/Hintergrundfarbe der Komponentenobjekte anpassen.
Build-Toolbar: Lineal, Raster, Einrasten, Zoom (50%-200%), Objekte anordnen, ausrichten und gleichmäßig verteilen.
DSP-Operations-Toolbar: Kompilieren, Design auf Gerät laden, Bearbeitungsmodus.
Netzwerk-Toolbar: Netzwerkdienst starten/stoppen für die Verbindung zum DM8500-Gerät.
3.1 Ein-/Ausgangsmodule
DM8500 Hauptmodul
Erstes Modul in der Ein-/Ausgangsbibliothek. Entfaltet sich beim Platzieren in drei Komponentenobjekte:
Routet analoge Audiosignale von den 10 Eingängen auf der Rückseite zur DSP-Verarbeitung. AEC-fähige Eingänge erscheinen orange.
Routet verarbeitete Signale vom DSP zu den 6 analogen Ausgängen auf der Rückseite.
Verbindet den DSP-Prozessor mit dem ULTRANET OUT-Anschluss auf der Rückseite.
Input-Kanalsteuerung
Peak: Blinkt bei Überschreitung des Kanal-Headrooms (6 dB).
Gain: Kompensiert unterschiedliche Eingangspegel (Mikrofon oder Leitung).
Phantom Power: Schaltet +48V Phantomspeisung für Kondensatormikrofone.
Mute: Schaltet den Eingangskanal stumm.
Level (dB): Regelt die relative Eingangslautstärke.
Invert: Kehrt die Polarität des Eingangssignals um.
Ideale Einstellungen für Radio-Ton
Gain: Für dynamische Mikrofone (z.B. SM7B) auf 42-54 dB stellen. Für Kondensatormikrofone (z.B. Neumann U87) auf 18-30 dB mit aktivierter Phantomspeisung. Level auf 0 dB als Ausgangspunkt. Eingangspegel sollte bei normaler Sprache zwischen -18 und -12 dBu liegen.
AEC 1 / AEC N – Akustische Echo-Unterdrückung
AEC-Module bieten Akustische Echo-UnterdrückungEntfernt unerwünschte Echos, die entstehen, wenn Lautsprecher-Audio vom Mikrofon wieder aufgenommen wird. Unverzichtbar in Konferenzräumen.. AEC 1 verarbeitet einen einzelnen Kanal, AEC N bis zu 8 Kanäle.
AEC/NR/Bypass: Wählbar zwischen Echo-Unterdrückung, Rauschunterdrückung oder Bypass.
Non-Linear Processing: OFF, Soft, Medium oder Aggressive – steuert die Aggressivität der nichtlinearen Nachverarbeitung.
AEC Ref 8 Channel: Erscheint automatisch und verarbeitet ein Signal als Referenz-Baseline.
Tipp
Für beste Ergebnisse: AEC als letztes Modul vor den Ausgängen platzieren. Nach dem Einstellen der Pegel keine Änderungen mehr an Ausgängen, Verstärkern oder Lautsprechern vornehmen.
Interaktive Visualisierung: Akustische Echo-Unterdrückung
AEC (Akustische Echo-Unterdrückung)
Entfernt akustische Echos wenn Lautsprecher und Mikrofone im selben Raum sind. Das System lernt die Raumakustik und subtrahiert das Echo vom Mikrofonsignal.
Der DM8500 unterstützt bis zu 24 AEC-Kanäle. Das Referenzsignal (Lautsprecherausgang) wird verwendet, um das Echo aus dem Mikrofonsignal zu entfernen.
USB Input / USB Out
2-Kanal Ein-/Ausgabe für USB-Audio bei 24 Bit Abtasttiefe. Ideal für Zuspieler oder Aufnahme.
UltraNet In
Unterstützt das proprietäre ULTRANET-Digitalaudioformat der MUSIC Group über den ULTRANET IN-Anschluss auf der Rückseite.
Dante In / Dante Out
Digitales Audio-Netzwerk basierend auf Audinate Brooklyn II. Fest auf 16 Ein- und 16 Ausgangskanäle eingestellt. Verwendet Standard-IP/Ethernet.
Tipp: DM8500 und Dante-Karten müssen im selben Subnetz sein. Routing erfolgt über die Dante Controller Software.
Text
Platziert individuelle Textbeschriftungen im Build-Fenster. Bearbeitung mit F2 oder Rechtsklick > Edit Text.
3.2 Mixer
Mixer-Module bieten typische Audio-Mischfunktionen in vier Kategorien.
3.2.1 Auto Mixer
Regelt automatisch die Pegel mehrerer Eingänge und kombiniert sie zu einem einzigen Ausgang. Verfügbar als Auto 4, 8, 16 und 32.
Parameter
Mute In/Out: Schaltet Ein-/Ausgang stumm.
Level In/Out: Regelt relative Ein-/Ausgangslautstärke.
Designated Mic On / Last Mic Hold: Bestimmt, welches Mikrofon aktiv bleibt wenn kein Signal vorhanden ist.
Open Mic Limits: Begrenzt die maximale Anzahl gleichzeitig aktiver Mikrofone.
NOM Gain: Aktiviert/deaktiviert die Dämpfung basierend auf der Anzahl offener Mikrofone.
Off Attenuation: Dämpfung inaktiver Kanäle (-80 bis -10 dB).
Gate Hold Time: Haltezeit bevor ein Kanal nach Signalende inaktiv wird (1-6000 ms).
Ideale Einstellungen für Radio-Ton
Für Gesprächsrunden: Open Mic Limits auf 2-3 setzen, Off Attenuation auf -25 dB, Gate Hold Time auf 500 ms für natürliche Übergänge. Last Mic Hold aktivieren, damit kein "toter" Moment entsteht.
3.2.2 Standard Mixer
Funktioniert wie ein klassischer analoger Mischer. Verfügbar als 8x2, 8x1, 8x6 und 10x4.
Mute In/Out: Schaltet Eingangs- bzw. Ausgangssignal stumm.
Level In/Out: Regelt die Lautstärke.
ID: Weist Eingänge bestimmten Ausgängen zu.
3.2.3 Matrix Mixer
Erweiterte Bus-Routing-Optionen. Verfügbar als Matrix 4x4, 8x8, 10x4, 10x6. Jeder Eingang kann auf jeden Ausgang geroutet werden.
Interaktive Visualisierung: Matrix Mixer
Matrix Mixer
Jeder Eingang kann mit individuellen Pegeln auf jeden Ausgang geroutet werden. So entstehen unabhängige Mischungen (Aux-Mixe) für verschiedene Zonen.
3.2.4 Matrix w/Delay
Wie der Matrix Mixer, jedoch mit zusätzlicher DelayZeitverzögerung des Audiosignals, gemessen in Millisekunden. Wird für Laufzeitausgleich bei verteilten Lautsprechersystemen verwendet.-Funktion pro Bus. Verfügbar als Matrix 4x4 w/Delay und 8x8 w/Delay.
3.2.5 Room Combiner
Verwaltet Audio-Routing für bis zu 16 kombinierbare/teilbare Räume. Mit konfigurierbaren Wänden (permanent, entfernbar, keine), Quellenwahl und Logik-Ein-/Ausgängen.
Wandtypen
Permanent: Dicke graue Linie – nicht entfernbar, kein Logik-Anschluss.
Entfernbar: Dünne gestrichelte Linie – mit Logik-Anschluss steuerbar.
Keine Wand: Keine Grenze – Blöcke gehören zum selben Raum.
Ideale Einstellungen für Radio-Ton
Für Studios mit variablen Raum-Konfigurationen: Wände als "entfernbar" konfigurieren und mit Logik-Eingängen verbinden, sodass per Wandschalter automatisch das Audio-Routing umgeschaltet wird.
3.3 Equalizer
Equalizer-Module bieten grafische und parametrische Entzerrung sowie Feedback-Unterdrückung. Können zwischen beliebigen Komponenten eingefügt werden.
3.3.1 Parametrischer EqualizerEin Werkzeug zur gezielten Anhebung oder Absenkung bestimmter Frequenzbereiche. "Parametrisch" bedeutet, dass Frequenz, Gain und Bandbreite (Q) frei einstellbar sind.
Verfügbar als 1-Band, 3-Band und 5-Band. Volle Kontrolle über:
Active Band: Wählt das zu bearbeitende Frequenzband.
Center Freq. (Hz): Mittenfrequenz des Bandes (20-20.000 Hz).
Gain (dB): Anhebung oder Absenkung an der Mittenfrequenz (-30 bis +15 dB).
Bandwidth (Oct): Bandbreite in Oktaven (0,01 bis 4).
Flatten/Bypass: Band zurücksetzen bzw. deaktivieren.
Drag Points: Grafische Bedienung der Bänder direkt im Diagramm.
Ideale Einstellungen für Radio-Ton (Sprache)
5-Band Parametric EQ: Band 1: High-Pass bei 80 Hz (Rumpelfilter). Band 2: -3 dB bei 250 Hz, Q=1.5 (Näheffekt reduzieren). Band 3: +2 dB bei 2.5 kHz, Q=1.0 (Präsenz/Verständlichkeit). Band 4: +1.5 dB bei 5 kHz, Q=1.5 (Brillanz). Band 5: -2 dB bei 8 kHz, Q=0.8 (Zischlaute dämpfen).
3.3.2 Grafischer Equalizer
Regelt Frequenzen in festen Bändern. Verfügbar als 1/3 Oktave, 2/3 Oktave und 1 Oktave. Jedes Band hat einen eigenen Gain-Regler (-30 bis +15 dB).
Ideale Einstellungen für Radio-Ton
1/3-Oktave Grafik-EQ für Raumanpassung: Problemfrequenzen (Resonanzen) um -3 bis -6 dB absenken. Nie mehr als +3 dB anheben. Für Sprache den Bereich 2-5 kHz leicht betonen.
3.3.3 Feedback SuppressorAutomatischer Feedback-Unterdrücker. Erkennt Rückkopplungsfrequenzen und setzt schmale Notch-Filter, um das Pfeifen zu eliminieren, ohne den Gesamtklang wesentlich zu beeinflussen.
Automatische parametrische Entzerrung zur Erkennung und Unterdrückung von Rückkopplungsfrequenzen. Bis zu 16 Bänder (oft weniger aktiv). Verbraucht viel DSP-Leistung.
Float Limits: Begrenzt schwebende Bänder auf maximale Tiefe und Bandbreite (Narrow = 1/40 Okt., Wide = 1/10 Okt.).
Fix Band / Fix All: Macht schwebende Bänder manuell einstellbar (nicht-schwebend).
Tipp
Aktive Bänder des Feedback Suppressors können auch in einem parametrischen EQ nachgebaut werden, um DSP-Ressourcen zu sparen.
Interaktive Visualisierung: Parametrischer EQ
Parametrischer Equalizer (PEQ)
10-Band parametrischer EQ mit einstellbarer Frequenz, Gain und Güte (Q-Faktor).
3.4 Filter
Filter-Module für Frequenzbeschneidung, Klangregelung und Phasenkompensation.
High PassHochpassfilter: Lässt hohe Frequenzen durch und dämpft tiefe Frequenzen unterhalb der Grenzfrequenz. Wird oft als "Rumpelfilter" oder "Low Cut" bezeichnet.
Verfügbar als 6-24 dB/Okt und 6-48 dB/Okt. Filtertypen: Linkwitz-Riley oder Butterworth.
Radio-Ton: Grenzfrequenz 80-100 Hz, Linkwitz-Riley 24 dB/Okt. Entfernt Trittschall und Rumpeln zuverlässig.
Low PassTiefpassfilter: Lässt tiefe Frequenzen durch und dämpft hohe Frequenzen oberhalb der Grenzfrequenz. Wird z.B. für Subwoofer verwendet.
Verfügbar als 6-24 dB/Okt und 6-48 dB/Okt. Filtertypen: Linkwitz-Riley oder Butterworth.
Radio-Ton: Grenzfrequenz 15.000 Hz mit sanfter Flanke (12 dB/Okt). Reduziert hochfrequentes Rauschen ohne die Sprache zu beeinträchtigen.
High Shelf / Low Shelf
Hebt alle Frequenzen oberhalb (High Shelf) bzw. unterhalb (Low Shelf) der Grenzfrequenz gleichmäßig an oder senkt sie ab. Gain: -27 bis +9 dB.
Radio-Ton: High Shelf bei 8 kHz, +1.5 dB für "Luft". Low Shelf bei 200 Hz, -2 dB gegen Dumpfheit.
All PassAllpassfilter: Ändert die Phase des Signals, nicht die Amplitude. Wird zur Korrektur von Phasenproblemen eingesetzt, die z.B. durch andere Filter oder Lautsprecher-Anordnungen entstehen.
Beeinflusst nur die Signalphase, nicht die Frequenzantwort. Verfügbar als 1-Band, 3-Band und 5-Band. Hilfreich bei Phasenproblemen durch andere Filter oder Lautsprecher-Anordnungen.
Interaktive Visualisierung: High Pass Filter
High Pass Filter
Entfernt tieffrequente Störungen (Trittschall, Brummen, Wind). Alles unterhalb der Grenzfrequenz wird abgesenkt.
3.5 CrossoverFrequenzweiche: Teilt ein Audiosignal in mehrere Frequenzbereiche auf (z.B. Tief, Mittel, Hoch) für die Ansteuerung verschiedener Lautsprecher-Treiber. Unverzichtbar in Mehrwegesystemen. (Frequenzweichen)
2-Wege, 3-Wege und 4-Wege Frequenzweichen. Filtertypen Linkwitz-Riley oder Butterworth, 6-24 bzw. 6-48 dB/Okt.
Input Level: Eingangspegel und Stummschaltung.
Output Range: Low, Mid oder High Frequenzausgang wählen.
Cutoff Frequency: Trennfrequenz für den gewählten Ausgang.
Filter/Slope: Typ (LR/BW) und Steilheit der Flanke.
Output Level: Pegel, Stummschaltung und Polaritätsumkehr pro Ausgang.
Sync: Koppelt die Filter-Einstellungen benachbarter Ausgänge.
Ideale Einstellungen für Radio-Ton
Für ein 2-Wege-Monitorsystem im Studio: Trennfrequenz 2.000 Hz, Linkwitz-Riley 24 dB/Okt. Dies sorgt für saubere Übergänge und gute Sprachverständlichkeit auf Nahfeldmonitoren.
3.6 Dynamik-Module
Dynamik-Module bieten automatische Lautstärke-/Pegelkontrolle: Leveler, CompLimiter, Ducker, Noise Gate und ANC.
3.6.1 LevelerAutomatische Lautstärke-Anpassung. Gleicht langfristige Pegelunterschiede aus, indem leise Passagen angehoben und laute abgesenkt werden. Reagiert langsamer als ein Compressor.
Regelt den Gain automatisch, um langfristige Pegelunterschiede auszugleichen.
Response Time (ms): Reaktionsgeschwindigkeit auf Pegel-Änderungen (0,1-40.000 ms).
Threshold (dBu): Minimalpegel, ab dem die Gain-Reduktion einsetzt (-60 bis +24 dBu).
Bypass: Deaktiviert den Leveler ohne Einstellungen zu ändern.
Ideale Einstellungen für Radio-Ton
Response Time: 1000 ms (langsam genug für natürliche Sprachdynamik). Threshold: Auf den niedrigsten gewünschten Ausgangspegel setzen (z.B. -20 dBu). Sorgt dafür, dass leise und laute Sprecher auf ähnlichem Niveau bleiben.
Interaktive Visualisierung: Leveler (AGC)
Leveler (AGC)
Automatische Pegelregelung (Automatic Gain Control). Passt den Gain langsam an, damit der Ausgangspegel konstant bleibt – ideal für Sprache mit wechselnden Abständen zum Mikrofon.
3.6.2 CompLimiterCompressor + Limiter in einem Modul. Der Compressor reduziert die Dynamik (Unterschied zwischen leise und laut), der Limiter verhindert, dass das Signal einen bestimmten Maximalpegel überschreitet.
Glättet kurzfristige dynamische Spitzen im Eingangssignal.
Attack Time (ms): Reaktionsgeschwindigkeit auf Pegelanstiege (0,1-2.000 ms).
Ratio: Verhältnis der Gain-Reduktion (1:1 bis 100:1). Ab ca. 10:1 wirkt es als Limiter.
Release Time (ms): Wie schnell die Gain-Reduktion losgelassen wird (0,1-40.000 ms).
Threshold (dBu): Pegel ab dem die Kompression einsetzt (-60 bis +24 dBu).
Ideale Einstellungen für Radio-Ton
Attack: 5 ms (schnell genug für Sprachspitzen). Release: 150 ms (natürlich klingend). Ratio: 3:1 bis 4:1 (moderate Kompression). Threshold: -15 dBu. Ergibt den typischen dichten, gleichmäßigen Radio-Sound. Für reinen Limiter-Betrieb: Ratio auf 20:1, Threshold auf -3 dBu.
Interaktive Visualisierung: Compressor / Limiter
Compressor / Limiter
Reduziert die Dynamik: Leise Stellen werden lauter, laute werden begrenzt. Der Limiter ist ein Kompressor mit extrem hoher Ratio.
3.6.3 DuckerSenkt automatisch die Lautstärke eines Signals (z.B. Musik) ab, wenn ein anderes Signal (z.B. Sprache/Durchsage) erkannt wird. Typisch für Hintergrundmusik-Steuerung.
Dämpft ein primäres Signal automatisch, wenn ein sekundäres "Trigger"-Signal erkannt wird.
Input Level / Sense Level: Pegel für primäres und Trigger-Signal.
Threshold (dBu): Schwelle, ab der das Ducking ausgelöst wird (-60 bis +24 dBu).
Ducking Level (dB): Dämpfung des Hauptsignals während des Duckings (-100 bis 0 dB).
Attack/Release Time: Geschwindigkeit des Ein-/Ausblendens.
Logic In/Out: Logik-Steuerung für externes Triggering.
Mix Sense: Erkennt Trigger-Signal innerhalb eines Mix.
Ideale Einstellungen für Radio-Ton
Musik-Ducking bei Moderation: Threshold: -30 dBu, Ducking Level: -15 dB, Attack: 50 ms, Release: 500 ms. Musik wird sanft abgesenkt wenn der Moderator spricht.
Interaktive Visualisierung: Ducker
Ducker
Der Ducker senkt automatisch einen Kanal (z.B. Hintergrundmusik) ab, wenn ein anderer Kanal (z.B. Mikrofon) aktiv ist. Zwei Eingänge: Primär (wird abgesenkt) und Trigger (löst Absenkung aus).
3.6.4 Noise GateStummschaltung/Dämpfung, die sich öffnet, wenn ein Signal einen bestimmten Pegel überschreitet. Unterhalb des Schwellenwerts wird das Signal (und damit auch Hintergrundgeräusche) stummgeschaltet.
Automatische Stummschaltung – das Gate öffnet sich erst bei Signalpräsenz.
Attack Time (ms): Öffnungsgeschwindigkeit (0,1-2.000 ms).
Release Time (ms): Schließgeschwindigkeit (0,1-40.000 ms).
Threshold (dBu): Schwelle zum Öffnen des Gates (-60 bis +24 dBu).
Ideale Einstellungen für Radio-Ton
Threshold: -40 dBu (öffnet bei Sprache, schließt bei Stille). Attack: 0,5 ms (sofortiges Öffnen). Release: 200 ms (natürliches Ausklingen). Verhindert Hintergrundgeräusche in Sprechpausen.
Interaktive Visualisierung: Noise Gate
Noise Gate
Das Gate öffnet sich nur wenn das Signal den Threshold überschreitet – Hintergrundgeräusche werden unterdrückt.
3.6.5 ANCAmbient Noise Compensator (Umgebungsgeräusch-Kompensator). Passt die Programm-Lautstärke automatisch an den Umgebungsgeräuschpegel an, gemessen durch ein externes Mikrofon. NICHT zu verwechseln mit Active Noise Cancellation! (Ambient Noise Compensator)
Passt die Lautstärke automatisch an den Umgebungsgeräuschpegel an.
Alle Parameter
Program Mute/Level/Label: Steuerung des Hauptsignals.
Ambient Mute/Level/Threshold/Response/Label: Steuerung des Umgebungsmikrofons.
Gain Min/Max: Minimaler und maximaler Programmverstärkung.
Gain Ratio: Verhältnis Umgebungspegel zu Programmverstärkung (0,25-4).
Gain Time: Zeit für die Anpassung zwischen Min und Max (500-300.000 ms).
Wichtig: Anschluss-Reihenfolge
1. Programmsignal in den oberen Eingang. 2. Ambient-Mikrofon in den unteren Eingang (mit "A" markiert). 3. ANC-Ausgang als letztes Modul vor dem Output. Ambient-Pegel müssen bei minimaler Raumgeräusch-Belastung mindestens -60 dBu anzeigen.
3.7 Router
Router-Module für Signalverteilung und -umschaltung.
In/Out Router
Matrix-basiertes Routing: Mehrere Eingänge auf mehrere Ausgänge. Verfügbar als 2x4, 2x16, 4x8, 8x16, 32x16. Jeder Eingang kann auf mehrere Ausgänge gelegt werden; jeder Ausgang akzeptiert nur ein Eingangssignal.
Source Selection
Quellenauswahl: Mehrere Eingänge auf einen Ausgang, wobei nur eine Quelle gleichzeitig aktiv sein kann. Mit Level-Kontrolle und Label pro Quelle.
3.8 Delays
Zeitverzögerung für Laufzeitausgleich bei verteilten Lautsprechersystemen. Verfügbar als 5 ms, 10 ms und 500 ms.
Delay Value: Verzögerungswert.
Units: Einheit – Millisekunden, Zentimeter, Meter, Fuss oder Zoll.
Bypass: Delay deaktivieren.
Ideale Einstellungen für Radio-Ton
Für verteilte Studiomonitore: Pro Meter Entfernungsunterschied ca. 2,9 ms Verzögerung hinzufügen (Schallgeschwindigkeit ca. 343 m/s). Bei 3 Meter Unterschied = ca. 8,7 ms.
Delay-Berechner (interaktiv)
Entfernung & Temperatur
5–15 ms Zusatz verschiebt die Ortung zum Hauptsystem (Haas-Effekt / Gesetz der ersten Wellenfront).
Ergebnis
Formel: Schallgeschwindigkeit = 331.3 + (0.606 × Temperatur °C) m/s. Delay = Entfernung ÷ Schallgeschwindigkeit × 1000 + Haas-Zusatz (ms).
3.9 Steuerungs-Module (Controls)
Erweiterte Kanalzug-Funktionen: Pegel, Phasenumkehr, Stummschaltung, Logiksteuerung und Fader-Ganging.
Level Control
Kanal-Fader mit Mute, Maximum/Minimum-Begrenzung und Label. Verfügbar als 2, 4, 8, ganged 8 und ganged 16 Kanäle. "Ganging" koppelt mehrere Fader an einen gemeinsamen Regler.
Level Inc/Dec
Wie Level Control, jedoch mit Logik-Eingängen für inkrementelle Pegeländerungen (+/-). Optional mit Ramping-Funktion für automatisch wiederholende Schritte.
Invert
Kehrt die Polarität des Audiosignals um 180 Grad um. Verfügbar als 2, 4, ganged 4 und ganged 8 Kanäle.
Mute
Schaltet Audiokanäle stumm. Optional mit Logik-Eingängen (Control Inputs) und Gang-Funktion. Verfügbar als 2, 4, ganged 4 und ganged 8.
Logic Gates
NOT, AND, NAND, OR, NOR, XOR, Flip Flop, Logic State. Für GPIO-Signalverarbeitung und Steuerungslogik.
Logic Delays / Preset Buttons / GPIO / CP8000
Logic Delays: Zeitgesteuerte Logik-Signalfilterung (bis 60.000 ms). Preset Buttons: Speichern und Abrufen von Benutzer-Presets. GPIO: Schnittstelle zum 6-Pin GPIO-Port (Volume, Select, Logic Output). CP8000: Wandpanel-Steuerung.
3.10 Meter
Messmodule für Diagnose, Setup und Echtzeit-Überwachung.
Signal Present
Zeigt an, ob ein aktives Audiosignal vorhanden ist. Einstellbare Schwelle (Threshold). Verfügbar als 1, 2, 4, 8 Kanäle.
Peak MeterZeigt den höchsten Momentanwert (Spitzenwert) des Audiosignals an. Wichtig für die Vermeidung von Übersteuerung/Clipping.
Überwacht Spitzenpegel. Mit Hold Time und Indefinite Hold (hält den höchsten gemessenen Wert).
RMS MeterRoot Mean Square - zeigt den durchschnittlichen Signalpegel an, der besser der menschlichen Lautstärke-Wahrnehmung entspricht als der Spitzenwert.
Überwacht den Durchschnittspegel. Mit Hold Time und Indefinite Hold.
Logic Meter
Zeigt den Zustand von Logik-Steuersignalen an. LED leuchtet bei HIGH-Signal.
3.11 Generatoren
Signalgeneratoren für Diagnose, Setup und Maskierung.
Tone Generator
Erzeugt Einzeltöne (20-20.000 Hz) oder Frequenz-Sweeps. Hilfreich zum Aufspüren von Problemfrequenzen.
Pink NoiseRauschen mit gleicher Energie pro Oktave. Klingt natürlicher als weißes Rauschen und wird häufig zum Einmessen von Beschallungsanlagen verwendet.
Rosa Rauschen – gleiche Energie pro Oktave. Ideal zum Einmessen von Lautsprechersystemen und Pegelabgleich.
White NoiseRauschen mit gleicher Energie bei allen Frequenzen. Klingt heller als Rosa Rauschen, da höhere Frequenzen mehr Energie enthalten.
Weißes Rauschen – flaches Frequenzspektrum. Wird seltener zur Einmessung, aber z.B. zur Schallmaskierung verwendet.
4. Signalverarbeitungs-Architektur aufbauen
Module per Drag-and-Drop aus der Bibliothek ins Build-Fenster ziehen und verbinden.
Drei Methoden zum Platzieren von Modulen
Modul aus der Bibliothek direkt ins Build-Fenster ziehen. Schnellste Methode.
Icon in der Modul-Toolbar anklicken, Unterkategorie wählen, im Build-Fenster klicken.
Modules-Menue > Kategorie > Modul wählen, dann im Build-Fenster platzieren.
Verbindungen herstellen
- Über einem Ausgangsterminal klicken und Maustaste halten.
- Zum gewünschten Eingangsterminal des nächsten Moduls ziehen.
- Die Verbindungslinie rastet automatisch ein.
- Maustaste loslassen, um die Verbindung herzustellen.
Hinweis
Audio- und Logik-Terminals können nicht miteinander verbunden werden. Ein-/Ausgänge des gleichen Objekts können nicht verbunden werden. Ein Audio-Ausgang kann mit mehreren Eingängen verbunden werden, aber ein Eingang akzeptiert nur einen Ausgang.
Empfohlene Signalkette für Radio-Ton
DM8500 Input → Noise Gate → Parametric EQ 5-Band → CompLimiter → Leveler → High Pass Filter (80 Hz) → High Shelf (+1.5 dB @ 8 kHz) → Router → DM8500 Output. Diese Kette liefert einen sauberen, dichten, gut verständlichen Radio-Sound.
5. Betrieb & Netzwerk
5.1 Netzwerk
Mehrere DM8500-Geräte können per Ethernet vernetzt werden. IP-Adressen müssen manuell zugewiesen werden (Format: 192.168.1.X). Standard-IP: 192.168.1.201.
Verbindung: "Start Network Service" in der DSP Operation Toolbar. Status-Bar zeigt verbundene Geräte und DSP-Auslastung.
5.2 Sicherheit
Geräteschutz unter Device > Device Protection aktivieren. Drei Berechtigungsstufen:
- Viewer: Nur lesen (Meter, Pegelanzeigen).
- Controller: Lesen und schreiben (Pegel, Matrix-Kreuzpunkte).
- Designer: Voller Zugriff (Design ändern, IP setzen, Presets verwalten).
5.3 Drittanbieter-Steuerung (DTP)
Steuerung über RS-232 mit dem DM8500 Text Protocol. ASCII-Befehle für Gain, Mute, Level, Logic State usw.
DTP-Befehlsformat
Befehl InstanceTag Attribut Param1 Param2 Wert;
# Beispiele:
set Input1 Input_Gain 1 12;
get Input1 Input_Gain 1;
toggle Output1 Output_Mute 1;
subscribe Input1 Peak 1;
Tontechnik-Guide: Signalkette für optimale Sprachverständlichkeit
Dieser Abschnitt bietet praxisnahe Empfehlungen für den Aufbau einer professionellen Sprach-Signalkette im DM8500 – optimiert für Radio, Podcast, Konferenz und Durchsagen.
Frequenzbereiche der menschlichen Sprache
Wärme und Fülle der Stimme. Zu viel = dumpf, zu wenig = dünn.
Weibliche Stimmen liegen höher. Näheffekt hier besonders beachten.
Kritischster Bereich! Hier sitzen die Konsonanten, die Sprache verständlich machen.
"Luft" und Klarheit. Zischlaute (S, Z, Sch) liegen bei 5-8 kHz.
Merkregel: Alles unter 80 Hz ist für Sprache unnötig (Trittschall, Rumpeln). Alles über 12 kHz trägt kaum zur Verständlichkeit bei. Der Kern der Sprachverständlichkeit liegt zwischen 1 kHz und 4 kHz.
Empfohlene Signalketten im DM8500
Radio / Podcast – Einzelsprecher
| Modul | Parameter | Wert | Warum? |
|---|---|---|---|
| Noise Gate | Threshold | -42 dBu | Öffnet zuverlässig bei Sprache, schließt bei Stille |
| Attack | 0.5 ms | Sofortiges Öffnen, keine Silben verschlucken | |
| Release | 250 ms | Natürliches Ausklingen, keine abgehackten Wortenden | |
| High Pass | Cutoff Freq. | 80 Hz, LR 24dB/Okt | Entfernt Trittschall, Rumpeln, Klimaanlage, Körperschall |
| Param. EQ 5-Band | Band 1: 120 Hz | -2 dB, Q=1.0 | Näheffekt bei Richtmikrofonen reduzieren |
| Band 2: 250 Hz | -3 dB, Q=1.5 | "Muddiness" entfernen – matschiger Bereich der Stimme | |
| Band 3: 2.5 kHz | +2.5 dB, Q=1.0 | Präsenz und Verständlichkeit erhöhen | |
| Band 4: 5 kHz | +1.5 dB, Q=1.5 | Brillanz und Klarheit für "Radio-Sheen" | |
| Band 5: 7 kHz | -2 dB, Q=2.0 | De-Esser-Effekt – scharfe Zischlaute abmildern | |
| CompLimiter | Attack | 5 ms | Schnell genug für Sprachspitzen (Plosive) |
| Release | 150 ms | Natürliches Loslassen ohne hörbares Pumpen | |
| Ratio | 3:1 | Moderate Kompression, dichter Sound ohne Quetschen | |
| Threshold | -15 dBu | Greift bei normaler Sprechlautstärke | |
| Leveler | Response Time | 2000 ms | Langsame Anpassung für natürliche Dynamik |
| Threshold | -20 dBu | Gleicht unterschiedliche Sprechlautstärken aus |
Konferenzraum – Multi-Mikrofon mit AEC
| Modul | Parameter | Wert | Warum? |
|---|---|---|---|
| Auto Mixer | Open Mic Limits | 3 | Max 3 gleichzeitige Sprecher, weniger Rauschen |
| Off Attenuation | -25 dB | Inaktive Mikrofone stark dämpfen | |
| Gate Hold Time | 400 ms | Natürliche Sprechpausen überbrücken | |
| High Pass | Cutoff Freq. | 100 Hz, LR 24dB/Okt | Aggressiver als bei Radio wg. Tischmikrofon-Vibrationen |
| Param. EQ 3-Band | Band 1: 300 Hz | -3 dB, Q=1.2 | Raumresonanzen im Konferenzraum reduzieren |
| Band 2: 2 kHz | +3 dB, Q=0.8 | Verständlichkeit deutlich steigern | |
| Band 3: 6 kHz | -1.5 dB, Q=1.5 | Zischlaute in Telefonkonferenzen reduzieren | |
| CompLimiter | Ratio / Threshold | 4:1 / -12 dBu | Stärkere Kompression für gleichmäßigen Pegel |
| Attack / Release | 3 ms / 200 ms | Schnell auf Pegelspitzen reagieren | |
| AEC | Non-Linear Processing | Medium | Guter Kompromiss zwischen Echounterdrückung und Klang |
Durchsage / Paging mit Musik-Ducking
Parallelweg: Musik-Input → Ducker (Hauptsignal) → Mixer
| Modul | Parameter | Wert | Warum? |
|---|---|---|---|
| Ducker | Threshold | -35 dBu | Reagiert zuverlässig auf Sprachbeginn |
| Ducking Level | -18 dB | Musik wird deutlich leiser, Sprache klar hörbar | |
| Attack | 30 ms | Schnelles, aber sanftes Absenken der Musik | |
| Release | 800 ms | Langsames Zurückkommen – kein abrupter Sprung |
Beschallung mit ANC – Lautstärke passt sich der Umgebung an
Parallelweg: Ambient-Mikrofon → ANC (Ambient-Eingang "A")
| Modul | Parameter | Wert | Warum? |
|---|---|---|---|
| ANC | Gain Min | -10 dB | Minimalpegel bei ruhiger Umgebung |
| Gain Max | +10 dB | Maximalpegel bei lauter Umgebung | |
| Gain Ratio | 1.5 | Moderate Anpassung, nicht zu aggressiv | |
| Gain Time | 5000 ms | Langsame Anpassung, kein ständiges Springen | |
| Ambient Response | 3000 ms | Ignoriert kurze Störgeräusche (Husten, Klatschen) |
EQ Frequenz-Spickzettel für Sprache
| Frequenz | Bereich | Wirkung bei Anhebung | Wirkung bei Absenkung | Empfehlung |
|---|---|---|---|---|
| < 80 Hz | Sub-Bass | Rumpeln, Trittschall | Sauberkeit | Immer abschneiden (High Pass) |
| 80-200 Hz | Bass / Grundton | Wärme, Fülle | Dünnerer Klang | Leicht absenken (-2 dB) gegen Näheffekt |
| 200-500 Hz | Untere Mitten | Matschig, dumpf, nasal | Klarheit | -2 bis -4 dB – "Muddy Zone" aufräumen |
| 500 Hz - 1 kHz | Mitten | Nasal, telefonartig | Ausgehöhlt | Nur bei Problemen anpassen |
| 1-4 kHz | Präsenz | Verständlichkeit, Durchsetzung | Dumpf, entfernt klingend | +2 bis +3 dB – wichtigster Bereich! |
| 4-8 kHz | Brillanz | Klarheit, "Luft", Zischlaute | Stumpf, matt | +1 dB bei 5 kHz, -2 dB bei 7 kHz (De-Essing) |
| 8-12 kHz | Höhen / Luft | "Air", offener Klang | Dunkler Klang | High Shelf +1 dB optional für offenen Sound |
Allgemeine Tontechnik-Regeln
Gain-Staging
Das Signal sollte an jedem Punkt der Kette zwischen -18 und -12 dBu liegen. Zu hohe Pegel = Verzerrung. Zu niedrige Pegel = schlechtes Signal-Rausch-Verhältnis. Am Eingang korrekt einpegeln, dann durch die Kette bei ~0 dB auf jedem Modul.
Subtraktiver EQ
Lieber unerwünschte Frequenzen absenken als gewünschte anheben. Weniger Anhebung = weniger Rauschen und natürlicherer Klang. Faustregel: Maximale Anhebung +3 dB, Absenkung bis -6 dB.
Kompressor-Reihenfolge
EQ vor dem Compressor: Der EQ beeinflusst, wie der Compressor reagiert (z.B. Bassanhebung triggert mehr Kompression). EQ nach dem Compressor: Tonale Anpassung des komprimierten Signals. Für Radio: EQ → Comp für den typischen Radio-Sound.
Weniger ist mehr
Jedes Modul verbraucht DSP-Leistung. Starte mit wenigen Modulen und füge nur hinzu, was nötig ist. Ein gut eingepegeltes Mikrofon in einem behandelten Raum braucht weniger Bearbeitung als ein schlechtes Setup mit viel Processing.
Delay-Berechnung
Für Laufzeitausgleich: Entfernung (m) / 343 * 1000 = Delay (ms). Beispiel: 5 Meter Unterschied = 14,6 ms. Das DM8500 kann Delays auch direkt in Metern eingeben – nutze diese Funktion!
Feedback vermeiden
1. Mikrofone nah an der Quelle platzieren. 2. Richtcharakteristik nutzen (Niere). 3. Grafischen EQ für Raum-Entzerrung. 4. Feedback Suppressor als letzte Verteidigung. 5. Lautsprecher nicht auf Mikrofone richten.
Praxisbeispiel: Kirchenbeschallung mit DM8500
Komplettes Setup für den Einsatz des DM8500 als zentrales Grundmischpult in Kirchen und Gemeindehäusern – inklusive Integration mit dem Behringer Wing über Dante/UltraNet.
Szenario
Das DM8500 wird als fest installiertes Grundmischpult in zwei Kirchen und einem Gemeindehaus eingesetzt. Es übernimmt die komplette DSP-Verarbeitung (EQ, Kompression, Routing) und stellt ein fertig bearbeitetes Signal zur Verfügung. Bei Veranstaltungen mit erhöhten Anforderungen wird zusätzlich ein Behringer Wing über Dante oder UltraNet angebunden.
Gesamtbild: Systemübersicht
Eingangsbelegung (10 Kanäle)
| Eingang | Quelle | Typ | Phantom | Gain-Empfehlung | Hinweis |
|---|---|---|---|---|---|
| IN 1 | AKG GN 50 E (Schwanenhals) | Kondensator | +48V AN | 30-40 dB | Altar-Mikrofon, fest montiert |
| IN 2 | AKG GN 50 E (Schwanenhals) | Kondensator | +48V AN | 30-40 dB | Kanzel-Mikrofon, fest montiert |
| IN 3 | AKG GN 50 E (Schwanenhals) | Kondensator | +48V AN | 30-40 dB | Taufstein-Mikrofon, fest montiert |
| IN 4 | Shure QLXD24E/B87A (Handsender) | Funk/Line | AUS | 0-10 dB | Funk-Handmikrofon 1 (Beta 87A Kapsel) – Line-Out vom Empfänger |
| IN 5 | Shure QLXD24E/B87A (Handsender) | Funk/Line | AUS | 0-10 dB | Funk-Handmikrofon 2 (Beta 87A Kapsel) – Line-Out vom Empfänger |
| IN 6 | Shure QLXD14E/SM35 (Headset) | Funk/Line | AUS | 0-10 dB | Funk-Headset 1 (SM35 Kapsel) – Line-Out vom Empfänger |
| IN 7 | Shure QLXD14E/SM35 (Headset) | Funk/Line | AUS | 0-10 dB | Funk-Headset 2 (SM35 Kapsel) – Line-Out vom Empfänger |
| IN 8 | DPA 4099 Piano (Low) | Kondensator | +48V AN | 25-35 dB | Flügel-Mikrofon Bass-Seite |
| IN 9 | DPA 4099 Piano (High) | Kondensator | +48V AN | 25-35 dB | Flügel-Mikrofon Diskant-Seite |
| IN 10 | Einspieler-PC (über DI-Box) | Line | AUS | 0-10 dB | Musik-Einspielung, Medien, Zuspieler |
Wichtig: Shure QLXD Empfänger
Die Shure QLXD-Empfänger liefern bereits ein Line-Pegel-Signal. Daher keine Phantomspeisung aktivieren und den DM8500-Gain auf niedrigem Wert (0-10 dB) belassen. Die Gain-Einstellung am Shure-Empfänger selbst vornehmen.
Tipp: DPA 4099 Piano
Das DPA 4099 an der Low-Position (Bass-Saiten) und High-Position (Diskant-Saiten) platzieren. Im DM8500 als Stereo-Paar behandeln – identische Gain- und EQ-Einstellungen für beide Kanäle verwenden, leichtes Panning im Matrix Mixer (L/R) für Stereobreite.
Ausgangsbelegung (4 von 6 Ausgängen)
| Ausgang | Ziel | Beschreibung |
|---|---|---|
| OUT 1 | PA links | Hauptbeschallung Kirchenschiff links |
| OUT 2 | PA rechts | Hauptbeschallung Kirchenschiff rechts |
| OUT 3 | PA Sub | Subwoofer-Ausgang – hier einen Crossover (Low Pass) bei ca. 120 Hz vorschalten |
| OUT 4 | Aufnahme | Aktuell über Fohhn FC-9 Controller; alternativ direkt vom DM8500-Ausgang |
| OUT 5-6 | Reserve | Frei für Erweiterung (Monitor, Induktionsschleife, Nebenraum etc.) |
Tipp: Subwoofer-Management
Für OUT 3 (Sub) einen Crossover oder Low Pass Filter bei 100-120 Hz (Linkwitz-Riley, 24 dB/Okt) einsetzen. Zusätzlich einen CompLimiter zum Schutz des Subs (Ratio 10:1, Threshold knapp unter Maximum).
Tipp: Induktionsschleife
Für Hörgeräteträger kann OUT 5 oder 6 als Mono-Summe an eine Induktionsschleife (T-Coil) gesendet werden. Hierzu einen separaten Matrix-Mixer-Ausgang mit allen Sprachkanälen anlegen.
Mesner-/Hausmeister-freundliche Bedienung
Das Ziel: Der Mesner/Hausmeister soll nichts am DM8500 selbst einstellen müssen. Das System läuft vollautomatisch nach der Ersteinrichtung.
Was automatisch läuft
- Auto Mixer: Regelt alle Sprechmikrofone automatisch
- Noise Gates: Schalten inaktive Mikrofone stumm
- CompLimiter: Begrenzt Pegelspitzen automatisch
- Leveler: Gleicht Lautstärke-Unterschiede aus
- Sub-Crossover: Trennt Sub-Signal automatisch
Was der Mesner ggf. macht
- Gerät einschalten (DM8500 startet mit letztem Design)
- Funk-Strecken einschalten (Shure QLXD Empfänger)
- Batterien prüfen (Shure Handsender/Headsets)
- Optional: Master-Lautstärke über CP8000-Wandpanel
Empfehlung: CP8000 Wandpanel oder GPIO-Taster
Ein einfaches CP8000-Wandpanel oder ein großer Drehregler am GPIO-Port kann dem Mesner eine Master-Lautstärke bereitstellen – ohne Zugang zur Software. Alles andere läuft automatisch. Optional: Ein Preset-Taster für "Gottesdienst Normal" und "Gottesdienst mit Chor/Flügel".
Empfohlene Signalkette für die Kirche
Sprach-Kanäle (IN 1-3: AKG GN 50 E Schwanenhals)
| Modul | Parameter | Wert | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Noise Gate | Threshold | -45 dBu | Kirchen sind leiser als Studios, daher niedrigerer Threshold |
| Release | 400 ms | Längere Release wg. Nachhall in Kirchen | |
| High Pass | Cutoff | 80 Hz, LR 24dB | Rumpelfilter gegen Trittschall vom Altar/Kanzel/Taufstein |
| PEQ 5-Band | 200 Hz | -3 dB, Q=1.2 | Kirchenraum-Resonanz und Näheffekt (AKG GN 50 E) reduzieren |
| 2.5 kHz | +3 dB, Q=0.8 | Sprachverständlichkeit im hallenden Kirchenraum erhöhen | |
| 6 kHz | -1.5 dB, Q=1.5 | Zischlaute durch Kirchenakustik verstärkt | |
| CompLimiter | Ratio / Thresh. | 3:1 / -18 dBu | Gleichmäßige Lautstärke trotz wechselnder Sprecher |
| Attack / Release | 5 ms / 200 ms | Schnelle Spitzen abfangen, natürlich loslassen | |
| Auto Mixer | Open Mic Limits | 3 | Max 3 gleichzeitig aktive Mikrofone (Altar + Kanzel + Taufstein) |
| Off Attenuation | -20 dB | Inaktive Mikrofone reduzieren Raumhall-Pickup |
Funk-Kanäle (IN 4-7: Shure QLXD Handsender & Headsets)
Shure Beta 87A (Handsender): Supernierencharakteristik, sehr gute Rückkopplungsunterdrückung. EQ: High Pass bei 100 Hz (Beta 87A hat bereits eingebauten HP). Leichte Absenkung bei 200 Hz (-2 dB). Präsenz bei 3 kHz (+2 dB).
Shure SM35 (Headset): Nah am Mund montiert, daher starker Näheffekt. EQ: Deutlichere Absenkung bei 150-250 Hz (-4 dB, Q=1.0). Präsenz bei 2.5 kHz (+2 dB). CompLimiter etwas aggressiver (Ratio 4:1, Threshold -15 dBu) wegen variabler Kopfbewegung.
Wichtig: Gain am DM8500 auf 0-10 dB, da die QLXD-Empfänger bereits Line-Pegel liefern. Gain-Anpassung am Shure-Empfänger selbst vornehmen!
Flügel (IN 8-9: DPA 4099 Piano)
DPA 4099 Piano: Clip-Mikrofon direkt am Flügel. High Pass bei 40 Hz (tiefer als bei Sprache, da Flügel-Bass erhalten bleiben soll). EQ: Leichte Absenkung bei 400 Hz (-2 dB) gegen Mulm im Flügelkörper. Präsenz bei 3.5 kHz (+1.5 dB). CompLimiter sanft: Ratio 2:1, Threshold -10 dBu – nur Spitzenbegrenzung für gleichmäßiges Klangbild.
Stereo-Panning: Im Matrix Mixer IN 8 (Low) leicht nach links, IN 9 (High) leicht nach rechts pannen für natürliche Stereobreite.
Einspieler-PC (IN 10)
Einspieler braucht nur eine Level Control. Optional: DuckerSenkt automatisch die Lautstärke eines Signals ab, wenn ein anderes Signal erkannt wird. Hier: Musik wird leiser wenn jemand spricht. einrichten, damit eingespieltes Material automatisch bei Sprachdurchsagen leiser wird.
Integration mit Behringer Wing via Dante
Bei Gottesdiensten mit Tontechniker wird ein Behringer Wing inkl. Stagebox zusätzlich angeschlossen. Die Signale werden über Dante oder UltraNet auf den Wing geholt. Wichtig: Das DM8500 dient als Ausspielweg vom Wing – der Wing mischt, das DM8500 gibt über seine Ausgänge (OUT 1-4) an die PA aus.
Signalfluss: DM8500 als Ausspielweg vom Wing
Normal-Betrieb (ohne Techniker): DM8500 macht alles selbst – Auto Mixer, EQ, Kompression, Routing direkt zu OUT 1-4.
Wing-Betrieb (mit Techniker): DM8500 sendet die Roh-Signale (Pre-DSP oder Post-Gate) über Dante an den Wing. Der Wing-Techniker mischt alles live. Der Wing-Mix geht über Dante zurück zum DM8500, das nur noch als D/A-Wandler und Ausgangs-Limiter dient (Lautsprecherschutz!).
Option A: Dante (empfohlen)
- Dante-Karte im Wing: Behringer Wing unterstützt Dante über die optionale Expansion-Karte oder einen externen Dante-AVIO-Adapter.
- Netzwerk: DM8500 und Wing müssen im selben Ethernet-Subnetz sein. Gigabit-Switch verwenden.
- Dante Controller: Routing in der Audinate Dante Controller Software konfigurieren. DM8500 bietet 16 Dante-In und 16 Dante-Out.
- DM8500 → Wing: Alle 10 Eingangskanäle (Pre-DSP) über Dante Out an den Wing senden. Der Techniker hat dann vollen Zugriff auf alle Signale.
- Wing → DM8500: Der Wing-Mix (Stereo L/R + Sub) kommt über Dante In zurück. Im DM8500 direkt auf OUT 1-3 routen, mit einem Limiter als Lautsprecherschutz.
- Aufnahme: Wing-Mix oder Einzel-Kanäle über Dante an einen Recording-PC (Dante Virtual Soundcard).
Option B: UltraNet
- UltraNet Out: DM8500 sendet bis zu 16 Kanäle über den ULTRANET OUT-Anschluss.
- Wing-Anbindung: Der Wing hat einen integrierten UltraNet-Anschluss. Direktverbindung über Cat5/6-Kabel möglich.
- Rückweg: Wing-Mix kommt über UltraNet In zurück zum DM8500.
- Einschränkung: UltraNet ist unidirektional. Für bidirektionalen Austausch werden beide UltraNet-Ports benötigt.
Empfehlung: Dante
Dante ist flexibler als UltraNet: bidirektional, bis zu 16 Kanäle, Routing per Software änderbar, Multicast-fähig. Zudem kann die Wing Stagebox eigene Inputs mitbringen, die der Techniker zusätzlich einsetzen kann (z.B. für Band-Instrumente bei Sonder-Gottesdiensten).
Umschaltung Normal ↔ Wing-Betrieb
Im DM8500 zwei Presets anlegen: "Automatik" (normaler Betrieb mit voller DSP-Verarbeitung) und "Wing" (Signale gehen über Dante zum Wing, Rückweg vom Wing auf die Ausgänge). Per Preset-Button oder GPIO-Taster kann der Techniker beim Ankommen schnell umschalten.
DM8500 Konfigurator
Beantworten Sie einige Fragen zu Ihrem Setup und erhalten Sie eine maßgeschneiderte DM8500-Konfigurationsempfehlung.
Schritt 1: Eingänge konfigurieren
Wie viele Eingänge benötigen Sie? Wählen Sie für jeden Eingang den Mikrofontyp.
Ihre DM8500-Konfigurationsempfehlung
Presets erstellen, speichern & abrufen
Komplette Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Erstellen und Verwalten von Presets auf dem DM8500 mit der DM Designer Software.
Überblick: Was sind Presets?
Presets speichern Parametersätze (Lautstärken, EQ-Einstellungen, Mute-Zustände, Routing etc.) und können auf Knopfdruck abgerufen werden. So lassen sich verschiedene Szenarien (z.B. Gottesdienst, Konzert, Konferenz) vorbereiten und sofort umschalten.
Speichern Parameter einzelner Module (z.B. nur den EQ eines Kanals). Ideal für Feinabstimmung.
Speichern den kompletten Systemzustand aller Module gleichzeitig. Ideal für Szenario-Wechsel.
Voraussetzungen
Download: klarteknik.com → DM8500 → Software. Die Software ist kostenlos.
Der ETHERNET-Port auf der Rückseite des DM8500 (nicht die Dante-Ports!) wird verwendet.
Schritt 1: Signalverarbeitungs-Design erstellen
Im DM Designer wird die gesamte DSP-Architektur visuell zusammengebaut:
- File → New – Neue .dmd-Datei anlegen
- Module aus der Module Library per Drag-and-Drop in das Designing Window ziehen:
Input Noise Gate HP Filter PEQ Comp/Limiter Auto Mixer Matrix Output
- Module verbinden – Ausgänge eines Moduls auf Eingänge des nächsten ziehen
- Preset Buttons aus der Controls-Kategorie (3.9.7) ins Design einfügen
Tipp: Platzieren Sie immer mindestens einen Preset Button im Design. Dieser wird später zum Umschalten der gespeicherten Presets verwendet.
Schritt 2: Design kompilieren & an DM8500 senden
- System → Compile (oder Compile-Button in der DSP Operation Toolbar)
Prüft das Design auf Fehler und berechnet die DSP-Ressourcenauslastung. Fehler werden im Compile Output Panel angezeigt.
- System → Network → Start Network Service
Verbindet DM Designer mit dem DM8500 über Ethernet. Die Statusleiste zeigt die Anzahl verbundener Geräte.
- System → Download Design to Device (oder Download-Button in der Toolbar)
Überträgt das kompilierte Design auf den DM8500. Das Gerät startet anschließend mit dem neuen Design.
Wichtig: Beim Download wird das aktuelle Design auf dem Gerät überschrieben. Sichern Sie vorher mit File → Save As Ihre .dmd-Datei!
Schritt 3: Presets im Preset Manager erstellen
Nach dem erfolgreichen Upload des Designs können Sie Presets definieren:
- Preset → Preset Manager im Hauptmenü öffnen
Der Preset Manager zeigt eine Liste aller verfügbaren Presets und deren zugeordnete Parameter.
- Parameter einstellen – Alle Module auf die gewünschten Werte setzen
Öffnen Sie die Dialog-Boxen der einzelnen Module (Rechtsklick → Parameters) und stellen Sie EQ, Lautstärke, Gate-Schwellenwerte etc. ein.
- Neues Preset anlegen – Im Preset Manager einen Namen vergeben (z.B. „Gottesdienst“, „Konzert“, „Probe“)
- Aktuelle Einstellungen speichern – Der Preset Manager übernimmt den aktuellen Zustand aller Module als Snapshot
Schritt 4: Presets den Preset Buttons zuweisen
Die gespeicherten Presets müssen den Preset-Button-Modulen im Design zugewiesen werden:
- Rechtsklick auf Preset Button im Designing Window → Dialog Box öffnen
- Preset ID / Preset Name aus dem Pulldown-Menü wählen
Die Dropdown-Menüs zeigen alle im Preset Manager angelegten Presets zur Auswahl.
- Recall-Button aktiviert das zugewiesene Preset und lädt alle gespeicherten Parameter
Praxis-Tipp: Legen Sie für jedes Szenario einen eigenen Preset Button an, z.B.:
Schritt 5: Presets im Betrieb abrufen
Es gibt mehrere Wege, Presets im laufenden Betrieb abzurufen:
Preset Manager öffnen und gewünschtes Preset per Klick auf „Recall“ aktivieren. Erfordert PC-Verbindung.
Touch-Display zeigt programmierte Presets als Buttons. Einfach antippen zum Umschalten. Kein PC nötig.
Über die 6 GPIO-Kontakte können externe Schalter oder ein Steuersystem (z.B. Crestron, AMX) Presets auslösen.
Drittanbieter-Steuersysteme können Presets über die serielle Schnittstelle oder Ethernet-Befehle abrufen.
Kompletter Workflow auf einen Blick
(.dmd-Datei)
Kompilieren
senden
erstellen
konfigurieren
abrufen
DM TCE-EU: Wandpanel für Preset-Steuerung
Das DM TCE-EU Touch Screen Ethernet Wall Controller ist die komfortabelste Lösung für den täglichen Preset-Abruf ohne PC:
- Farbiges Touch-Display mit intuitiver Bedienung
- Encoder-Knopf zum Scrollen und Bestätigen
- Unterstützt: Lautstärke, Mute, Quellenwahl, Meter, Preset Recalls, Raumkombinationen
- Stromversorgung über PoE (Power over Ethernet) oder Midspan-Injektor
- Seitennavigation und PIN-geschützte Sperren konfigurierbar
- Programmierung über die DM KONTROL Software
Ideal für Kirchengemeinden: Küster oder Ehrenamtliche können mit einem einfachen Fingertipp auf dem Wandpanel zwischen „Gottesdienst“, „Konzert“ und „Konferenz“ umschalten – ohne Fachwissen.
Tipps & Best Practices
.dmd-Datei immer extern sichern
Speichern Sie Ihre .dmd-Projektdatei regelmäßig auf einem USB-Stick oder in der Cloud. Bei einem Gerätedefekt können Sie das Design schnell auf ein Ersatzgerät laden.
Presets systematisch benennen
Verwenden Sie beschreibende Namen: „01_Gottesdienst_Normal“, „02_Gottesdienst_Chor“, „03_Konzert“. Die Nummerierung hilft bei der Sortierung.
Test-Preset anlegen
Erstellen Sie ein „Test“-Preset mit reduzierten Pegeln für Soundchecks und Inbetriebnahme. So vermeiden Sie Feedback bei der Ersteinrichtung.
Geräteschutz aktivieren
Über System → Device Protection Enable können Sie das Gerät vor unbefugten Änderungen schützen. Nur mit Passwort kann die Konfiguration dann geändert werden.
Copy DSP Data für schnelle Duplizierung
Mit Edit → Copy DSP Data / Paste DSP Data können Sie die aktuellen Parameter eines Moduls auf ein gleichartiges Modul übertragen – ideal für identische Kanaleinstellungen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Control-Panels sind kompatibel?
Der DM8500 unterstützt das CP8000 Wandpanel von Klark Teknik. Es wird über den seriellen GPIO-Port (6-Pin Phoenix-Stecker) angeschlossen und bietet:
- Lautstärkeregelung (Volume Up/Down)
- Quellenwahl (Source Select)
- Logik-Ausgänge für Preset-Umschaltung
Zusätzlich können über die GPIO-Schnittstelle (2-Wire oder 3-Wire Modus) beliebige externe Taster, Potentiometer und Steuerungen angebunden werden. Die Logik-Module im DSP-Design (AND, OR, Flip-Flop etc.) ermöglichen komplexe Steuerungsszenarien.
Für Crestron, AMX oder andere Mediensteuerungssysteme steht das DM8500 Text Protocol (DTP) über RS-232 zur Verfügung (siehe Abschnitt 5.3).
Gibt es ein Web-Interface? Wie sieht es aus?
Der DM8500 hat kein integriertes Web-Interface. Die Steuerung und Konfiguration erfolgt ausschließlich über:
- DM8500 DSP Designer Software (Windows-Anwendung) – Vollzugriff auf Design, Konfiguration und Echtzeit-Steuerung
- DM8500 Text Protocol (DTP) – RS-232 ASCII-Befehle für Drittanbieter-Integration (Crestron, AMX etc.)
- GPIO / CP8000 – Hardware-Bedienung über Wandpanels
Die DSP Designer Software bietet eine grafische Oberfläche mit Build-Fenster, Modul-Bibliothek, Echtzeit-Metern und Pegelreglern. Designs können im Edit-Modus live angepasst werden, ohne den DSP-Betrieb zu unterbrechen.
Hinweis
Der DM8500 (Nachfolger) bietet möglicherweise ein Web-Interface. Bitte aktuelle Dokumentation von Klark Teknik prüfen.
Kann der DM8500 aufnehmen? Wo werden Aufnahmen gespeichert?
Der DM8500 selbst hat keine integrierte Aufnahmefunktion und keinen internen Speicher für Audio-Aufnahmen. Aufnahme-Optionen:
USB-Audio (empfohlen)
2-Kanal USB-Ausgang an einen Computer oder USB-Recorder. Aufnahme-Software auf dem PC (z.B. Audacity, OBS, o.ae.) zeichnet den Mix auf.
Dante-Recording
Über Dante Virtual Soundcard (DVS) können bis zu 16 Kanäle am PC aufgezeichnet werden – auch Einzelkanäle für spätere Nachbearbeitung.
Analoger Ausgang
OUT 4 als Aufnahme-Feed an ein externes Aufnahmegerät (z.B. Tascam, Zoom) senden. Mono oder Stereo möglich.
Streaming
USB oder Dante an einen Streaming-PC. OBS/vMix empfängt den Audio-Feed direkt vom DM8500.
Kann man Playlisten abspielen?
Der DM8500 hat keinen integrierten Media-Player. Für Musikeinspielung und Playlisten gibt es diese Lösungen:
- USB-Audio-Eingang: Computer/Tablet per USB anschließen und dort Playlisten abspielen (Spotify, iTunes, VLC etc.).
- Analoger Eingang (IN 9): Beliebigen Zuspieler (Bluetooth-Empfänger, Smartphone, CD-Player) anschließen.
- Dante: Einen Dante-fähigen Media-Player oder Computer mit Dante Virtual Soundcard nutzen.
Tipp für die Kirche
Ein günstiges Raspberry Pi mit Bluetooth-Empfänger an IN 9 ermöglicht es, dass verschiedene Personen per Smartphone Musik einspielen können. Der DM8500 regelt das Ducking automatisch bei Durchsagen.
Kann man den DM8500 offline testen?
Ja! Die DM8500 DSP Designer Software kann komplett offline genutzt werden:
- Design-Modus: Komplette Signalarchitekturen erstellen, Module platzieren und verbinden – alles ohne angeschlossenes Gerät.
- Kompilieren: Das Design kann offline kompiliert werden, um Fehler zu erkennen (z.B. nicht verbundene Terminals, DSP-Kapazität).
- Speichern/Laden: Designs werden als .dsg-Dateien gespeichert und können später auf das Gerät übertragen werden.
- Kein Echtzeit-Audio: Pegelanzeigen und Meter funktionieren nur mit verbundenem Gerät. Die DSP-Auslastung wird aber schon beim Kompilieren angezeigt.
Workflow-Empfehlung
Design zuhause am PC vorbereiten → offline kompilieren und prüfen → vor Ort nur noch auf das Gerät laden und Pegel einpegeln. Spart viel Zeit bei der Installation.
Gibt es künftige Software-Updates?
Der DM8500 ist ein etabliertes Produkt von Klark Teknik / Music Group (Behringer). Updates sind möglich, aber die Frequenz hängt vom Hersteller ab:
- Firmware-Updates: Über die DSP Designer Software auf das Gerät ladbar.
- Software-Updates: Neue Versionen der DSP Designer Software über die Klark Teknik Produktseite.
- DM8500: Aktuelles Modell mit erweiterten Funktionen gegenüber dem Vorgänger DM8000 (mehr Dante-Kanäle, AEC, USB Audio).
Aktuelle Downloads immer auf der Klark Teknik / Music Tribe Website prüfen.
DM8500 vs. Allen & Heath AHM-32 – Vergleich
| Eigenschaft | DM8500 | AHM-32 |
|---|---|---|
| Analoge I/O | 10 In / 6 Out | 16 In / 12 Out (erweiterbar) |
| Dante | 16x16 (Brooklyn II) | 64x64 (integriert) |
| DSP-Design | Frei konfigurierbar (Drag & Drop) | Frei konfigurierbar (Web-basiert) |
| AEC | Ja (integriert) | Ja (über Processing-Blöcke) |
| Steuerung | Windows-Software + RS-232 (DTP) | Web-Interface + TCP/IP |
| Web-Interface | Nein | Ja (HTML5) |
| GPIO | 6-Pin (eingeschränkt) | Umfangreich (GPI/O) |
| USB-Audio | 2 Kanäle | Nein (nur über Dante) |
| UltraNet | Ja | Nein |
| Preis | Günstiger | Höhere Preisklasse |
Fazit für die Kirche
Der DM8500 ist ideal für kleinere bis mittlere Installationen mit begrenztem Budget und Behringer-Wing-Integration (UltraNet). Der AHM-32 bietet mehr I/O, mehr Dante-Kanäle und ein modernes Web-Interface – lohnt sich bei größeren, vernetzten Installationen.
Sind Behringer X-Touch / P24 kompatibel?
Die Behringer X-Touch und P24 Controller sind nicht direkt kompatibel mit dem DM8500. Diese Controller kommunizieren über:
- X-Touch: Mackie Control / HUI Protokoll über USB oder Ethernet
- P24: Proprietäres Behringer-Protokoll über USB
Der DM8500 unterstützt keines dieser Protokolle nativ. Steuerungsoptionen für den DM8500:
- CP8000 Wandpanel (Klark Teknik, über GPIO)
- Eigene GPIO-Steuerung (Taster, Potentiometer über 6-Pin Phoenix)
- RS-232 / DTP (für Crestron, AMX, eigene Software)
- DSP Designer Software (Live-Steuerung vom PC)
Workaround
Theoretisch könnte eine Middleware (z.B. ein kleines Python-Skript) X-Touch MIDI-Befehle in DTP-Kommandos übersetzen – erfordert aber individuelle Programmierung.
Kann der DM8500 Displays ansteuern?
Der DM8500 selbst hat keinen Video-/Display-Ausgang. Die Statusanzeige erfolgt über:
- Front-Panel LEDs: Power, Network Status, Signal Present, DSP Load
- DSP Designer Software: Echtzeit-Meter, Pegelanzeigen, Logik-Status auf dem PC
- Logic Meter Module: Logik-Zustände im DSP-Design visualisieren (nur in der Software sichtbar)
Für eine Display-Anzeige im Raum: DSP Designer Software auf einem PC/Tablet im Controller-Modus laufen lassen und den Bildschirm an einen Monitor anschließen.
Crestron-Integration – Gibt es Dokumentation?
Die Integration mit Crestron (und anderen Mediensteuerungssystemen) erfolgt über das DM8500 Text Protocol (DTP) via RS-232:
DTP-Befehlsstruktur
# Befehl: set/get/toggle/subscribe
# Format: Befehl InstanceTag Attribut Parameter Wert;
set Input1 Input_Gain 1 12; # Gain von Input 1 auf 12 dB
set Output1 Output_Level 1 -6; # Output Level auf -6 dB
toggle Input1 Input_Mute 1; # Mute umschalten
get Input1 Input_Gain 1; # Aktuellen Gain abfragen
subscribe Input1 Peak 1; # Pegel-Updates abonnieren
RS-232 Einstellungen: 57600 Baud, 8N1 (8 Datenbits, keine Parität, 1 Stoppbit).
Für Crestron wird ein RS-232 Modul im SIMPL-Programm verwendet, das die DTP-Befehle als Strings sendet und empfängt. Die InstanceTags und Attribute sind im DM8500 User Manual Appendix dokumentiert.
Tipp
Jedes Modul im DM8500-Design erhält automatisch einen InstanceTag (z.B. "Input1", "CompLimiter1"). Diese Tags werden im Properties-Fenster der DSP Designer Software angezeigt und können individuell benannt werden.
Glossar – Fachbegriffe erklärt
Alle wichtigen Audio- und DSP-Fachbegriffe auf einen Blick.
AEC (Acoustic Echo Cancellation)
Akustische Echo-Unterdrückung. Entfernt Echos, die entstehen, wenn Lautsprecher-Audio vom Mikrofon wieder aufgenommen wird. Essentiell für Konferenz- und Sprechanlagen, wo Mikrofone und Lautsprecher im selben Raum sind.
All-Pass Filter
Filter, der nur die Phase eines Signals ändert, nicht die Amplitude. Wird verwendet, um Phasendrehungen zu korrigieren, die durch andere Filter oder Laufzeitunterschiede verursacht werden.
ANC (Ambient Noise Compensator)
Umgebungslärm-Kompensator. Passt die Programmlautstärke automatisch an den gemessenen Umgebungsgeräuschpegel an. Nicht zu verwechseln mit Active Noise Cancellation (aktive Geräuschunterdrückung durch Gegenschall).
Attack Time
Ansprechzeit. Die Zeit, die ein Dynamikprozessor (Compressor, Gate, Limiter) benötigt, um auf einen Pegelanstieg zu reagieren. Kurze Attack-Zeiten fangen Transienten schnell ab.
Bandwidth (Bandbreite)
Der Frequenzbereich, der von einem EQ-Band beeinflusst wird, gemessen in Oktaven. Schmale Bandbreite (hoher Q-Wert) beeinflusst nur einen kleinen Bereich, breite Bandbreite wirkt auf einen großen Bereich.
Butterworth (Filter)
Filtertyp mit maximal flachem Frequenzgang im Durchlassbereich. Hat eine Pegelanhebung von +3 dB an der Trennfrequenz bei Crossovern, was bei der Summierung beider Wege zu beachten ist.
Bypass
Umgehung. Leitet das Signal unbearbeitet durch ein Modul, ohne die gespeicherten Einstellungen zu verändern. Nützlich zum schnellen A/B-Vergleich zwischen bearbeitetem und unbearbeitetem Signal.
Compressor (Kompressor)
Reduziert die Dynamik eines Signals: Wenn der Pegel den Threshold überschreitet, wird die Verstärkung reduziert. Das Verhältnis bestimmt die Ratio (z.B. 4:1 = für jeden 4 dB über Threshold wird nur 1 dB durchgelassen). Macht leise Stellen relativ lauter und laute leiser – perfekt für gleichmäßige Sprachpegel.
Crossover (Frequenzweiche)
Teilt ein Audiosignal in mehrere Frequenzbereiche auf. 2-Wege: Tief+Hoch. 3-Wege: Tief+Mittel+Hoch. Jeder Bereich wird an den entsprechenden Lautsprechertreiber (Tieftöner, Mitteltöner, Hochtöner) gesendet.
Dante
Digital Audio Network Through Ethernet. Proprietäres Netzwerkprotokoll von Audinate für die Übertragung von unkomprimiertem, latenzarmem Audio über Standard-IP-Netzwerke.
dBu
Dezibel bezogen auf 0,775 Volt (unbelastet). Standard-Pegelreferenz in der professionellen Audiotechnik. 0 dBu = 0,775 V. +4 dBu ist der typische Nominalarbeitspegel professioneller Geräte.
DSP (Digital Signal Processor)
Digitaler Signalprozessor. Spezialisierter Chip, der Audiosignale in Echtzeit mathematisch verarbeitet (Filterung, Kompression, Verzögerung usw.). Das Herzstück des DM8500.
Ducker
Automatische Absenkung eines Signals (z.B. Hintergrundmusik), wenn ein anderes Signal (z.B. Durchsage/Sprache) erkannt wird. Das Trigger-Signal steuert die Dämpfung des Hauptsignals.
Gain
Verstärkung. Die Anhebung des Signalpegels, gemessen in Dezibel (dB). Gain am Eingang kompensiert verschiedene Quellpegel (Mikrofon vs. Line).
Gate (Noise Gate)
Rauschtor. Sperrt das Signal, solange es unter einem bestimmten Schwellenpegel (Threshold) liegt. Öffnet sich automatisch, wenn ein genügend lautes Signal (z.B. Sprache) erkannt wird. Eliminiert Hintergrundgeräusche in Pausen.
GPIO (General Purpose Input/Output)
Universelle Ein-/Ausgangs-Schnittstelle. 6 konfigurierbare Pins auf der DM8500-Rückseite für externe Steuerung (Wandpanels, Schalter, Taster). Unterstützt 2-Wire und 3-Wire Modus.
High Pass / Low Pass (Hochpass / Tiefpass)
Hochpass lässt hohe Frequenzen durch, dämpft tiefe. Tiefpass umgekehrt. Die Steilheit (Slope) wird in dB/Oktave angegeben (6, 12, 24, 48 dB/Okt). Steilere Flanken bedeuten schärfere Trennung.
Leveler
Automatische Pegelregelung für langfristige Pegelunterschiede. Arbeitet langsamer als ein Compressor und gleicht eher generelle Lautstärke-Unterschiede zwischen verschiedenen Sprechern oder Quellen aus.
Limiter
Ein Compressor mit sehr hoher Ratio (typisch 10:1 bis unendlich:1). Verhindert, dass das Signal einen eingestellten Maximalpegel überschreitet. Schützt Lautsprecher und nachfolgende Geräte vor Übersteuerung.
Linkwitz-Riley (Filter)
Filtertyp für Crossover mit -6 dB an der Trennfrequenz. Bei der Summierung beider Wege ergibt sich ein flacher Frequenzgang. Standard für professionelle Frequenzweichen.
NOM (Number of Open Microphones)
Anzahl offener Mikrofone. Die NOM-Dämpfung reduziert den Gesamtpegel automatisch basierend auf der Anzahl aktiver Mikrofone, um Rückkopplung und Raumrauschen zu minimieren.
Phantom Power (Phantomspeisung)
+48 Volt Gleichspannung, die über das Mikrofonkabel an Kondensatormikrofone geliefert wird. Dynamische Mikrofone benötigen keine Phantomspeisung.
Ratio
Kompressionsverhältnis. 2:1 = für jeden 2 dB über Threshold wird nur 1 dB durchgelassen. 4:1 = moderate Kompression. Ab 10:1 spricht man von Limiting.
Release Time
Rücklaufzeit. Die Zeit, die ein Dynamikprozessor benötigt, um nach dem Absinken unter den Threshold zur normalen Verstärkung zurückzukehren. Zu kurz = Pumpen, zu lang = nächste Passage wird verschluckt.
Threshold (Schwellenwert)
Der Pegelwert, ab dem ein Dynamikprozessor aktiv wird. Beim Compressor: ab hier wird komprimiert. Beim Gate: ab hier öffnet das Gate. Beim Ducker: ab hier wird geduckt.
UltraNet
Proprietäres digitales Audioformat der MUSIC Group / Behringer. Überträgt bis zu 16 Kanäle unkomprimiertes Audio über Standard-Ethernet-Kabel.